Die Toten mahnen uns zu Frieden und Versöhnung!
Volkstrauertag 2015!
Gemeinsam mit Pfarrer Günther Schubert, den Vertretern der Reservisten und den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine gedenkt Bürgermeisterin Eva Linsenbreder (Bildmitte) den Opfern von Krieg, Terror, Rassenwahn, Flucht und Vertreibung.

Volkstrauertag 2015!

Die Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft mahnen uns zu Frieden und Versöhnung.
Am Sonntag, dem 15. November 2015, gedachten die Bürgerinnen und Bürger von Kleinrinderfeld in der Pfarrkirche St. Martin den Opfern von Krieg und Gewalt.
 
Nach dem vom Musikverein Kleinrinderfeld begleiteten und von den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine würdig umrahmten Gottesdienst, den Pfarrer Günther Schubert all denen widmete, die ihr Leben durch Terror und Gewalt verloren, begab sich die Erste Bürgermeisterin Eva Linsenbreder zum Ambo und ergriff das Wort.
 
Auch wenn wir in Deutschland heuer – so die Erste Bürgermeisterin – dankbar auf 70 Jahre Frieden zurückblicken dürfen, so müssen wir uns doch immer wieder vor Augen führen, dass dies keineswegs selbstverständlich ist. Wir alle erinnern uns der beiden grausamen Kriege, die ganz Europa in der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts mit Leid und Gräuel überzogen und Abermillionen auf dem Schlachtfeld, auf der Flucht oder bei der Vertreibung den Tod brachten. Wir erinnern uns der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten, die mehr als sechs Millionen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger ermordeten. Die Opfer der Kriege und des Rassenwahns mahnen uns – ebenso wie die von den NS-Schergen hingerichteten tapferen Männer und Frauen des Widerstandes – zu Frieden und Versöhnung.
 
Gerade jetzt – fuhr Eva Linsenbreder fort – ist diese Thematik aktueller als jemals zuvor. Richten wir unseren Blick nach Paris, das nach den Selbstmordattentaten verblendeter Islamisten vom Freitag Trauer trägt. Richten wir unseren Blick nach Syrien oder in den Irak. Dort haben War-Lords das Sagen. Sie missbrauchen die Religion für ihr Streben nach Macht. Sie vernichten alle, die es wagen, sich ihnen in den Weg zu stellen. Um ihr Leben zu retten, bleibt vielen Menschen nur noch die Flucht. Sie wagen die risikoreiche Fahrt übers Mittelmeer, um dem Tod zu entgehen. Ihnen müssen wir beistehen. Ihnen müssen wir eine neue Heimat geben, gleich dem Vorbild der Staaten, die damals unsere vom NS-Regime verfolgten Mitbürgerinnen und Mitbürger bei sich aufnahmen und ihnen Schutz und Zuflucht boten.
 
Wir alle – schloss die Erste Bürgermeisterin ihre Ansprache – sind gefordert, hier unseren Beitrag zu leisten. Zeigen wir der Welt, dass wir aus unserer eigenen unrühmlichen Vergangenheit gelernt haben. Helfen wir denen, die unserer Hilfe so notwendig bedürfen. Nehmen wir Anteil an der Trauer unserer französischen Freunde. Geben wir den Unterdrückten eine Stimme. Stehen wir gemeinsam für Frieden und Versöhnung ein.
 
Der Musikverein Kleinrinderfeld unterstrich die bewegenden Worte der Ersten Bürgermeisterin mit einen getragenen Choral. Anschließend begaben sich die Teilnehmer der Veranstaltung auf den Kirchplatz und verharrten unter den Klängen des Liedes „Ich hatt´ einen Kameraden“ im stillen Gedenken an alle, die ihr Leben durch Terror, Rassenwahn, Krieg oder Verfolgung verloren, vor dem Mahnmal.
 
Unser Bild rechts oben entstand auf dem Kirchplatz. Es zeigt (von links) Pfarrer Günther Schubert mit den Ministrantinnen, die Erste Bürgermeisterin Eva Linsenbreder, den Zweiten Bürgermeister Frank Heß, die Vertreter der Reservisten und die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine vor dem Mahnmal.