Die Toten mahnen uns zu Frieden und Versöhnung!
Volkstrauertag 2014!
Vor dem Mahnmal gedenkt Bürgermeisterin Eva Linsenbreder den Opfern von Krieg, Terror und Gewalt.

Volkstrauertag 2014!

Mahnung zum Frieden und Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt.
Am Sonntag, dem 16. November 2014, gedachten die Bürgerinnen und Bürger von Kleinrinderfeld in der Pfarrkirche St. Martin den Opfern von Krieg und Gewalt.
 
Nach dem vom Musikverein Kleinrinderfeld begleiteten und von den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine würdig umrahmten Gottesdienst, den Pfarrer Günther Schubert all denen widmete, die ihr Leben durch Terror und Gewalt verloren, begab sich die Erste Bürgermeisterin Eva Linsenbreder zum Ambo und ergriff das Wort.
 
In diesem Jahr – so die Erste Bürgermeisterin – kommt dem Volkstrauertag eine ganz besondere Bedeutung zu: Vor genau 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg und vor 75 Jahren brach der Zweite Weltkrieg aus. Beide Kriege, so verschieden sie auch waren, brachten Entsetzliches, bis dahin Unvorstellbares über die Menschen und veränderten unsere Welt grundlegend, mit Folgen bis heute. Die verlustreichen Materialschlachten und der zermürbende Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs forderten in vier langen Kriegsjahren etwa 8,5 Millionen Tote und lösten bei vielen Soldaten das bittere Gefühl aus, sinnlos verheizt zu werden. Ein noch grausameres Bild zeichnete der Zweite Weltkrieg. Er brachte über 55 Millionen Kindern, Frauen und Männern den Tod und hinterließ verwüstete Städte und Landstriche. Abermillionen wurden verwundet oder zu Flüchtlingen. Bis zur Befreiung am 08.05.1945 durch die Alliierten ermordeten die Nazi-Schergen mehr als sechs Millionen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürgern Am Ende lag alles in Trümmern. Eine Zukunft schien kaum vorstellbar – und doch gab es sie. Europa schlug einen neuen Weg ein. Den Weg der Annäherung, der Verständigung, der Zusammenarbeit und der Aussöhnung über den Gräbern.
 
Leider – fuhr Eva Linsenbreder fort – haben diesen beispielhaften Weg nicht alle Staaten auf unserer Erde beschritten. Vielerorts kämpfen auch heute noch ideologisch verblendete Menschen gegeneinander und bringen unsägliches Leid über die Bevölkerung ihres Landes. Die vielen Menschen, die in den vergangenen Wochen und Monaten bei uns – auch in Kleinrinderfeld – Zuflucht vor Terror, Verfolgung und Gewalt gesucht und gefunden haben, machen uns aufs Neue bewusst, wie wichtig es ist, sich für Toleranz, Frieden und Versöhnung zwischen den Völkern einzusetzen.
 
Deshalb – schloss die Erste Bürgermeisterin ihre Ansprache – sind wir in der Pflicht, den Unterdrückten unsere Stimme zu geben und uns für eine gewaltfreie Welt, eine Welt ohne Schlachtfelder, Kindersoldaten und Kriegsgräuel, zu engagieren. Stehen wir gemeinsam dafür ein, dass keine weiteren Mahnmale für Opfer von Krieg und Gewalt errichtet werden müssen; sorgen wir dafür, dass der Friede viele neue Denkmäler bekommt.
 
Der Musikverein Kleinrinderfeld unterstrich die Worte der Ersten Bürgermeisterin mit einen getragenen Choral. Anschließend legte Eva Linsenbreder vor dem von vier Reservisten der Bundeswehr umsäumten Mahnmal auf dem Kirchplatz einen Kranz nieder.
 
Unser Bild rechts oben entstand bei der Kranzniederlegung. Im stillen Gedenken an die unzähligen Opfer von Krieg, Terror, Gewaltherrschaft, Rassenwahn und Verfolgung verharrt Eva Linsenbreder vor dem Mahnmal.