Die langzeitstationären krebskranken Kinder werden sich über die neuen Schulmöbel sicherlich sehr freuen!
Tschernobyl ist nicht vergessen!
Für die gute Sache opferten die Mitglieder der örtlichen Vereine und Organisationen gerne ihren Samstag. Bürgermeisterin Eva Linsenbreder (rechts im Bild) bedankte sich bei allen Helfern herzlich.

Tschernobyl ist nicht vergessen!

Die Gemeinde Kleinrinderfeld stiftete ihren Anteil am Mobiliar der ehemaligen Hauptschule der Tschernobyl-Hilfe, die damit Unterrichtsräume in den Kliniken für langzeitstationäre krebskranke Kinder ausstattet.

Auch nachdem die Mitgliedsgemeinden des Hauptschulverbandes Kleinrinderfeld die für ihre Einrichtungen (Kinderwerkstatt Reichenberg, Grundschule Kirchheim) nutzbaren Teile des Mobiliars der ehemaligen Hauptschule Kleinrinderfeld abtransportiert hatten, befanden sich noch immer viele Schulbänke, Tafeln, Stühle, Tische und Schränke in dem seit August 2011 verwaisten Schulgebäude. Niemand wollte diese Möbel, die eigentlich nur in einer Schule erneute Verwendung finden können, haben. Sämtliche Anfragen verliefen negativ.

 

Die Vorstellung, das verbliebene Interieur, und damit unser aller Steuergeld, auf den Sperrmüll werfen zu müssen, – so die Erste Bürgermeisterin Eva Linsenbreder – ließ mich nicht ruhen. Ich war der festen Überzeugung, dass wir hier noch eine bessere Lösung finden können und habe mich diesbezüglich auch gleich umgetan. Bei einer Veranstaltung des Bezirks Unterfranken erfuhr ich, dass die Tschernobyl-Hilfe aus Königsberg in Bayern in den Kliniken für langzeitstationäre krebskranke Kinder in der Ukraine Unterrichtsräume einrichten will. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Vorsitzenden des Vereins, Erwin Koch, war alles klar: Wir stiften unseren Anteil am Mobiliar der ehemaligen Hauptschule diesem guten Zweck.

 

Nachdem sich die Knauf Gips KG aus Iphofen bereit erklärt hatte, die Kosten für den Transport zu übernehmen, konnte das Projekt anlaufen. Mehrmals kamen Erwin Koch und seine Helfer nach Kleinrinderfeld, um die Vorbereitungen zu treffen. Es galt, Schultafeln zu demontieren, Tische und Stühle bereit zu stellen, Computer und Overheadprojektoren transportsicher zu verpacken sowie eine Ladeliste für den Zoll zu erstellen.

 

Am Samstag, dem 24.09.2011, war es dann so weit. Der Jumbo-Zug stand auf dem Schulhof. Die Beladung konnte beginnen. Beim Tragen und Stapeln der Möbel wurden die Aktivisten der Tschernobyl-Hilfe von den Iron Fighters, der Dorfjugend, dem Schulhausmeister, den Mitgliedern des Turn- und Sportvereins und des Schützenvereins sowie von den Gemeinderäten Berthold Haaf und Thomas Scheuermann tatkräftig unterstützt. Das Heben der schweren Lasten auf die Ladefläche erledigten versiert Marcus Grimm (Spedition Grimm) und Alfred Heck (Baustoffhandel Heck), die hierfür ihre Gabelstapler kostenlos zur Verfügung stellten. Am späten Nachmittag waren schließlich alle Einrichtungsgegenstände verlastet. Der bis unter die Plane beladene LKW konnte seine Reise in die Ukraine antreten.

 

Ich freue mich, – erklärte Eva Linsenbreder nach der gelungenen Aktion – dass wir mit unseren Schulmöbeln weniger Glücklichen helfen können. Die in den Kliniken langzeitstationär untergebrachten krebskranken und immunschwachen Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren können jetzt auch während ihres Krankenhausaufenthalts unterrichtet werden. Sie erhalten die gleiche Ausbildung wie die gesunden Kinder an den Regelschulen und können nach ihrer Entlassung aus der Klinik nahtlos an diese überwechseln.

 

Unser Bild rechts oben entstand während des Beladens des Jumbozuges. Es zeigt die Erste Bürgermeisterin Eva Linsenbreder (rechts) und die fleißigen Helfer aus dem Dorf zusammen mit den Mitgliedern der Tschernobyl-Hilfe beim Verlasten der Gegenstände.