Ateliergespräch mit Bildhauer Kurt Grimm in der BBK Galerie
Bildhauer Kurt Grimm
Ateliergespräch mit Bildhauer Kurt Grimm in der BBK Galerie
Arbeit aus Holz

Ateliergespräch mit Bildhauer Kurt Grimm in der BBK Galerie

von Reiner Jünger
Ateliergespräch mit Bildhauer Kurt Grimm in der BBK Galerie
Großplastik in Veitshöchheim


Großes Vorbild Chillida



Ich bin sehr stolz und innerlich berührt, wenn ich meine großen Skulpturen im öffentlichen Raum erlebe, sagt Kurt Grimm, in seiner bescheidenen Art. Wir stehen uns in seinem Atelier in Kleinrinderfeld gegenüber und unterhalten uns über die Kunst in Kleinrinderfeld im Allgemeinen und seine künstlerische Entwicklung im Besonderen. Von Hause aus verfügt Kurt Grimm über eine grundsolide Ausbildung – im Atelier des Vaters und der Werkstatt des Bruders findet der Geselle Gelegenheit sich auf sein Studium vorzubereiten. In der Bildhauerklasse I der „Freien Kunstschule Nürtingen“ werden ihm die Bedingungen geboten, die seinem kreativen Geist Raum und Richtung geben. Über regelmäßige Teilnahmen an Künstlersymposien im In –und Ausland erwirbt er einen unverwechselbaren „modernen, internationalen Stil“. Seinen Gestaltungswillen - der sich durch eine kühne Eleganz und souveräne Schlichtheit definiert - findet man gleichermaßen in Stein und Stahl. Die Arbeiten beeindrucken durch eine „ideale Formgebung“, die sich aus präzisen Schnitten, kühnen Linien und idealen Grundformen ergibt. Die aufgebrochenen, eisernen Kreissegmente beziehen ihre Wucht und Erhabenheit aus spannenden Ansätzen und kühnen Verläufen, die dem Material die Schwerkraft nehmen und sich leicht und sicher im Raum ausdehnen ohne dominant zu sein. Es sind Arbeiten, die Bezugspunkte zu modernen Tugenden wie Kraft, Ausdauer und geistige Beweglichkeit bilden und zu „Brücken“ für Aufbruch, Fortschritt, Austausch und Kommunikation werden. Ganz anders wirken die in schwungvollen Linien geführten stählernen Skulpturen - die in ihrer unbeschreiblichen Leichtigkeit und Schwerelosigkeit an vom Wind bewegte Bänder erinnern  - und von einer langen Edelstahlröhre gehalten werden.

Die transparente Eleganz des Edelstahls bildet einen spannenden Kontrast zu dem rostigen Eisen, das auf den Zeitablauf  hinweist. Kurt Grimm sieht sich in der künstlerischen Tradition der Region. Das heißt Glaube, Seele und Natur müssen für ihn eine Einheit bilden. Diese drei Themen in einer Skulptur zusammenzufassen ist für ihn jedoch nur mit einer Durchdringung in abstrakter Form denkbar. Das große, unereichte Vorbild ist für ihn der spanische Bildhauer Eduardo Chillida, dessen stählernen Monumentalskulpturen an Einfachheit und Erhabenheit er für unerreichbar hält.


Homepage von Kurt Grimm