Gemeinde Kleinrinderfeld
Gemeinde Kleinrinderfeld
Der Simonshof im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim
Fachwerkscheune
Der Simonshof im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim
Hof

Der Simonshof im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim


Der Simonshof im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim
Simonshof in Bad Windsheim

Mit dem „Simonshof“ aus Kleinrinderfeld ist eine komplette Hofanlage ins Freilandmuseum gewandert, bei der der bauhistorische Schwerpunkt allerdings auf dem 19. Jh. liegt. Das Baudatum des zweigeschossigen, langgestreckten Wohnstallhauses liegt zwar noch im 18. Jahrhundert – das Erbauungsjahr 1779 konnte inschriftlich, dendrochronologisch und archivalisch belegt werden. Doch hat man bereits im 19. Jh. im Stallbereich die bauzeitliche Fachwerkkonstruktion durch den in Mainfranken allgegenwärtigen Muschelkalkstein ersetzt. Ein eigenes Stallgebäude kam 1838 dazu, die vierzonige Fachwerkscheune von 1850 wurde 1896 am Giebel mit Muschelkalkstein „versteinert“. Der Schweinestall des Kleinrinderfelder Hofes schließlich stammt aus der Zeit um 1900. Auch hier ist der Muschelkalk der dominierende Baustoff: Fast wie beim Ständerbohlenbau sind die schweren Muschelkalkplatten des Stalls in die genuteten Steinpfeiler eingelassen.

Ansicht von vorne
Innenraum


Das Wohnstallhaus hinsichtlich Bau- und Nutzungsgeschichte wesentlich durchschaubarer als die beiden gerade besprochenen Häuser. Dort war es etwas anderes, daß die Herzen höher schlagen ließ: Bei seiner „Entdeckung“ vor etwa 10 Jahren fand man einen Großteil der Räume mit einer Möbel-, Wäsche- und Geschirrausstattung, die weitgehend der Zeit zwischen etwa 1900 und 1930 entstammte – und dies vor allem in der Guten Stube im Obergeschoß in einer eindrucksvollen Unversehrtheit. Es schien, als ob die Zeit für eine lange Weile stillgestanden wäre. Dieser Stillstand der Zeit hatte einen wesentlichen Grund darin, dass die etwas eigenbrötlerische letzte Hofbesitzerin bis zu ihrem Tode 1991 hoffte, ihr im Russlandfeldzug des Zweiten Weltkrieges vermisster Bruder käme zurück und könnte den Hof wieder übernehmen. Er sollte dann im Haus alles so vorfinden, wie er es verlassen hatte. Eine tragische Familiengeschichte, doch ein Glücksfall für das Museum. Keine Frage, dass der vorgefundene Zustand Grundlage der musealen Präsentation geworden ist, ergänzt um zwei Hörstationen, an denen die bewegte Geschichte des Hofes erzählt wird, der um 1900 zu den größten und modernsten Anwesen im Ort zählte und schon nach dem zweiten Weltkrieg eigentlich nur noch musealen Charakter hatte.    


Ansicht von hinten Innenraum
      

 
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