Gemeinde Kleinrinderfeld
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Eröffnung der Ausstellung "Körper-Räume" 
Ateliergespräch mit der Künstlerin Margot Garutti
Margot Garutti präsentiert gemeinsam mit Roland Schaller eines ihrer Kunstwerke 
Ateliergespräch mit der Künstlerin Margot Garutti
Margot Garutti

Ateliergespräch mit der Künstlerin Margot Garutti

von Reiner Jünger

 

Die Aura des Menschen 

zur Ausstellung "Körper-Räume" von Margot Garutti und Roland Schaller


Starke Gegensätze treffen in der Ausstellung „Körper-Räume“ von Margot Garutti und Roland Schaller, in der BBK – Galerie,  im Kulturspeicher, aufeinander: Männlich stößt auf weiblich, Malerei wird konfrontiert mit Kunstobjekten. Der Titel lässt erahnen, dass sich in dieser Ausstellung hohe Kunst feiert. Nach einer Künstlerpause, in der Margot Garutti die Galerie des BBK leitete, betritt sie nun wieder die „Kunstbühne“. Ihre Erfolge errang Margot Garutti mit mächtigen bis ins Monumentale gesteigerten Kunstwerken. Dazu gehört die Ausgestaltung von Kirchenräumen, sowie zahlreiche Denk-, Dank –und Mahnmale. In ihren neuen Arbeiten verliert sich die Monumentalität zugunsten von offenen, transparenten Formen, die eine schwebende Leichtigkeit erlebbar machen. Mit einer sich öffnenden spiraligen Form, bewirbt sie sich an einem kommunalen Wettbewerb in der Region.
 

Drei aufgesägte parallel zueinanderstehende elliptische Stahlformen von exklusiver Ästhetik lassen sich nicht nur als die drei Lebenskreise des Menschen deuten. In einem Deckenobjekt steigert sie die Transparenz zu einer „papiernen Leichtigkeit“, in dem sie gefaltete Tüten in eine „gewachsene Form“ bringt. Auf drei Sockeln stehen jeweils drei Arbeiten aus Flachstahl, mit denen sie die menschlichen Lebensphasen: Erwachen, Werden und Vergehen abbildet. Während sie das Werden und Vergehen organisch zusammenhält, wirkt die mittlere Phase auseinanderstrebend – amorph.

 

Es sind fein geschwungenen und fantasievoll geformten Objekte, mit der die Bildhauerin ihr künstlerisches Einfühlungsvermögen und ihre schöpferische Gestaltungskraft zum Besten gibt.      .

 

Roland Schaller beschäftigt sich in seinem künstlerischen Werk ganz überwiegend mit dem Menschen in allen seinen Phänomenen. Von der realistischen Abbildung seines Frühwerkes - in der er sich noch in gesellschaftliche Prozesse durch eine karikative „Überdehnung“  geradezu einmischt, geht es ihm später nur noch um Bewegung und Transparenz. Diese Arbeiten suchen eine Realität, die hinter der Oberfläche liegt. Auf dieser Ebene bildet er ab, was den Menschen in seinem Inneren zusammenhält und vorwärts streben lässt. Diese Arbeiten – mit sichererem und  kühnen Strich gezeichnet  - sind von grandioser Leichtigkeit. Hier erkennt man den souveränen, überragenden Zeichner, der Kraftfelder in Vektoren zerlegt Muskelmassen mit Sehen und Nerven verbindet und in der Bewegung auf den klassischen Formenkanon zurückgreift. Immer in würdiger Haltung und klassischer Gebärde. Die Arbeiten sind geradezu verspannt mit dem Malgrund, indem sie Strukturen auf dem Papier aufgreifen und mit einbeziehen ins das Bildgeschehen. Chiffren, Symbole und Verweise „laden diese Arbeiten zusätzlich auf.“

 

Auf dem Bild Spannungsbogen bildet er die inneren und äußeren Kraftfelder in der  menschlichen Bewegung ab. Auf dem Bild „bimorphe Form“ aus dem Jahre 2001 verbindet er innere und äußere Bewegungslinien und setzt damit Mensch und Raum in unmittelbare Beziehung. Das Bild „Ikarus“ zeigt die Universalität der menschlichen Physiognomie, die vielleicht nur durch eine „Laune der Evolution“ am Fliegen gehindert wird. . Wer an der Galerie seiner Bilder vorbeiläuft, erlebt einen Zeichner, der mit sicherem Strich und souveräner Auffassungsgabe den Geheimnisse der menschlichen Natur nachspürt. In den neuesten Bildern geht er noch einen Schritt weiter und löst die Bewegungen durch Schatten und „fliehende Linien“ in den Raum auf. Diese Serie beschäftigt sich nur noch mit der geistigen und seelischen Substanz, mit der Aura des Menschen.


Homepage von Margot Garutti


Ausstellungsdauer: 14.09. - 07.10.2007, Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr, So 11-18 h, Sa 13 - 20 h, BBK Galerie im Kulturspeicher
 



 
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