Gemeinde Kleinrinderfeld
Gemeinde Kleinrinderfeld
Vom Freistaat Bayern im Stich gelassen!
Schulschließung nicht nur eine bloße Formsache!
Inmitten der - jetzt wert- und nutzlosen - Schulmöbel bringt Bürgermeisterin Eva Linsenbreder ihre Enttäuschung über die Schulpolitik der Bayerischen Staatsregierung zum Ausdruck.

Schulschließung nicht nur eine bloße Formsache!

Das "Aus" für die Hauptschule in Kleinrinderfeld stellt unsere Kommune vor vielfältige Probleme!

Nach den vollmundigen Worten des Bayerischen Kultusministers, Dr. Ludwig Spaenle, sollte die „Mittelschulinitiative“ die kleinen Hauptschulen stärken und den Hauptschülerinnen und -schülern weiterhin eine wohnortnahe Beschulung sichern. Das Gegenteil war der Fall! Kleine Schulen konnten die neuen Anforderungen nicht mehr erfüllen und mussten auf die Suche nach Partnerschulen gehen. Wenn solche – wie im Hauptschulverband Kleinrinderfeld – aufgrund räumlicher Distanzen nicht gefunden werden konnten, bedeutete dies unweigerlich das „Aus“ für den Schulstandort. Zurück blieb ein Scherbenhaufen, der von der verfehlten Schulpolitik des Freistaates Bayern zeugt.

 

Für uns – so die Erste Bürgermeisterin Eva Linsenbreder – bedeutet die Schließung der Hauptschule nicht nur, dass wir unter unsere über 300jährige Schulgeschichte einen endgültigen Schlussstrich ziehen müssen. Nach dem „Aus“ am 29. Juli 2011 ergaben sich für unsere Kommune noch viele weitere Probleme.

 

Besonders gravierend sind die finanziellen Auswirkungen. Wir haben ein leerstehendes Hauptgebäude, das aufgrund seines schulspezifischen Zuschnitts keiner kostenmäßig nur annähernd darstellbaren Folgenutzung zugeführt werden kann.

 

Hinzu kommt ein leerstehendes Nebengebäude, das wir von den anderen Verbandsgemeinden Geroldshausen, Kirchheim und Reichenberg mit insgesamt 163.622,75 € ablösen müssen. Würden wir es – wie vom Kleinrinderfelder Gemeinderat angedacht – zu einer Tagespflege oder zu einem Ärztehaus umbauen, träte darüber hinaus auch der Freistaat Bayern auf den Plan. In diesem Fall würde er von uns nochmals gut 153.000 € Fördergeld zurückfordern. Betrachtet man diese Zahlen und rechnet man die vom Architekturbüro Kolbe veranschlagten Sanierungs- und Umbaukosten von etwa 1.270.000 € hinzu, – fährt Eva Linsenbreder fort – rückt auch für den von der Regierung von Unterfranken vor knapp 15 Jahren noch als zwingend notwendig geforderten im Jahre 1998 vom Hauptschulverband errichteten Erweiterungsbau eine Folgenutzung in weite Ferne.

 

Das Ergebnis ist der Verfall beider Gebäude. Anstelle eines Lastenausgleichs beschert uns der Freistaat Bayern Bauruinen!

 

Auch Reinigungspersonal und Schulhausmeister interessieren den Freistaat Bayern nicht im Geringsten. Wenn wir die Beschäftigten nicht in den Mitarbeiterstamm der Kommune integriert hätten, wären sie arbeitslos geworden. Natürlich bedeutet die Übernahme der freigesetzten Kräfte ebenfalls zusätzliche Kosten für die Gemeinde. Trotz jährlicher Mehrausgaben von rund 50.000 € stehen wir – anders als der Freistaat Bayern – aber zu unserer sozialen Verantwortung. Langjährige, bewährte Beschäftigte dürfen nicht zum Spielball fragwürdiger Münchner Schulpolitik werden!

 

Zuletzt – ergänzt die Erste Bürgermeisterin – möchte ich noch auf die gesamte Schuleinrichtung eingehen. Schulmöbel, Tafeln, Computer, Lehr- und Lernmittel sowie Zweckausstattung haben sicherlich einen Gesamtwert von über 200.000 €. Leider lässt sich dieser Wert nicht realisieren: Bedingt durch den allgemeinen Schülerrückgang aufgrund des demografischen Wandels haben andere Schulen keinen Bedarf. Einige Gegenstände konnten wir in die Grundschule in Kirchheim bzw. in die Kinderwerkstatt in Reichenberg transferieren oder an örtliche Vereine abgeben. Andere Teile der Ausstattung gehen an die Tschernobylhilfe, die damit Unterrichtsräume in den Kliniken für langzeitstationäre krebskranke Kinder einrichten wird.

 

Dennoch werden wir noch viele Dinge entsorgen müssen. Dank der „innovativen Ideen“ von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle landet unser Steuergeld schlussendlich auf dem Sperrmüll!

 

Das sind – schließt Eva Linsenbreder ihre Betrachtung – die tatsächlichen Auswirkungen der vielgepriesenen „Mittelschulinitiative“ der Bayerischen Staatsregierung. Kleinrinderfeld trafen sie im Landkreis Würzburg als erstes, aber viele andere Hauptschulstandorte in ganz Bayern werden sie in nicht allzu kurzer Zeit ebenfalls ereilen. Diese Zukunftsperspektive muss uns zum Umdenken bewegen. Auch wenn unsere Hauptschule damit nicht mehr zu retten ist, so könnte ein solides Schulkonzept aber vielen anderen Kommunen mit kleinen Hauptschulen unser schlimmes Schicksal ersparen.



 
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